Warum ich der Meinung bin, dass wir keinen Vereinslotsen brauchen.

Mein Mitbewerber von der SPD um das Amt des Stadtbürgermeisters möchte einen Vereinslotseneinführen. Begründet wird diese Forderung damit, dass das „Ehrenamt Anerkennung und unsere Aufmerksamkeit“ brauche. Dass dem Ehrenamt dies zusteht, steht für mich außer Frage. Aber genau aus diesem Grund bin ich gegen die Einführung eines Vereinslotsens.

Wir haben in Bad Ems zig vorbildlich geführte Vereine. Viele von ihnen bestehen schon seit Jahrzehnten oder – wie der VfL – sogar über 100 Jahre. Meiner Meinung nach grenzt es schon an Unverschämtheit, wenn man den ehrenamtlich Engagierten mit so viel Tradition, Wissen und Erfahrung im Rücken einen Lotsen vor die Nase setzen will. Ich denke, dass die Unterstützung des Ehrenamtes nicht durch solche Symbolpolitik erfolgen sollte.

Stattdessen sollte diese Aufgabe Chefsache sein. Chefsache bedeutet für mich, dass meine Tür allen Vereinen immer offensteht und ich jederzeit gerne erreichbar bin – egal, ob es um Probleme bei der finanziellen Förderung, um Nutzungszeiten von Räumlichkeiten und Plätzen oder um andere Fragen geht. Außerdem wird es, wenn ich zum Bürgermeister gewählt werde, regelmäßige Treffen mit allen Emser Vereinen geben. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich halte die von der SPD ins Auge gefasste Personalie für den Vereinslotsen für sympathisch und darüber hinaus für sehr kompetent. Aber gerade bei der so wichtigen Förderungsproblematik kann keine Person allein das Maximum für diese Anzahl an Vereinen mit völlig unterschiedlichen Schwerpunkten herausholen.

Bergbau, Musik, Sport, Karneval, Kabarett, Kita-Förderung und viele andere Themen werden nämlich von ganz verschiedenen Stellen und aus unterschiedlichsten Töpfen gefördert. Und auch die organisatorischen und rechtlichen Probleme sind sehr spezifisch. Deshalb muss sich der Bürgermeister selbst um die Vereine kümmern und immer, wenn Hilfe benötigt wird, gezielte Unterstützung organisieren. Vereins- oder Ehrenamtslotsen machen sich nur in politischen Sonntagsreden gut. Wenn’s funktionieren soll, muss man schon selbst die Ärmel hochkrempeln.